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Jacob B. Minah und Florence M. Margai

Die Anwendung von Malaria Nosoden zur Verringerung der Malaria – Prävalenz in wirtschaftsschwachen Gemeinden

 

Diese Pilotstudie untersuchte die Effizienz von Malaria tropica Nosoden als homöopathische Prophylaxe zur Verringerung der Malaria Parasiten Dichte unter den Bewohnern einer einkommensschwachen Gemeinde in Freetown, Sierra Leone. Im Jahr 2006 wurden insgesamt 731 Teilnehmer rekrutiert und nach Eingang der ersten Bluttest Ergebnisse, immatrikulierte man gesunde Personen in eine doppelblinde, randomisierte Studie. Die Umsetzung der Studie erfolgte in vier Phasen.
54% der Testpersonen wurden einer homöopathischen Gruppe zugeteilt und jeden 4. Monat verabreichte man ihnen 5 Globuli der Malaria Nosode D200. Die verbleibenden 45% der teilnehmenden Personen waren in der Kontrollgruppe und sie erhielten 5 Globuli pro Phase. Innerhalb eines Jahres ging die Malaria-Parasiten-Belastung unter den Bewohnern erheblich zurück, allerdings konnte die Wirksamkeit der homöopathischen Therapie nach der zweiten Studienphase nicht bestätigt werden. Trotz dieser Rückschläge stellten die vorangehenden Ergebnisse der Studie wertvolle Einblicke hinsichtlich des Malaria-Risiko-Profils innerhalb der Gemeinde zur Verfügung. Alle Herausforderungen, zusammengenommen mit der Entwicklung eines interventiven Programmes,  waren auf die Reduzierung der Krankheitslast gerichtet.

 

Einleitung

Malaria ist eine Vektor-übertragene, parasitäre Erkrankung und jährlich sind 40% der Weltbevölkerung davon bedroht. Trotz neuester globaler Anstrengungen, ist die Krankheit in unterentwickelten Ländern immer noch die Hauptursache für Morbidität und Sterblichkeit. Besonders betroffen ist die Sub-Sahara-Region, denn hier leiden pro Jahr etwa 400 Millionen Menschen an Malariasymptomen und in 20-50% der Fälle ist eine Krankenhauseinweisung notwendig.
Kinder und schwangere Frauen sind besonders krankheitsanfällig gewesen – mit Berichten zufolge hoher mütterlicher Anämie, perinataler Sterblichkeit, geringem Geburtsgewicht und Entwicklungsstörungen im Kindesalter (Samba, 2004; Guyatt, Snow, 2001; Holding, Kitsao-Wekulo,2004). Obwohl es mehrere Arten von Malaria Parasiten gibt, der virulenteste und die häufigste Ursache von Infektionen in der Region ist Plasmodium falciparum, übertragen durch die weibliche Anopheles Mücke.

 

Untersuchungen zur Einführung neuer vorbeugender Maßnahmen sind derzeit an mehreren Fronten zugange. Man produziert und testet die Wirksamkeit neuer konventioneller Medikamente und Impfstoffe um die Krankheitslast in endemischen Gemeinschaften zu verringern. Leider konzentrierten sich die eingesetzten Strategien zu sehr auf Medikamententherapien, die für die Mehrheit der afrikanischen Bevölkerung entweder nicht finanzierbar sind oder aber unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können, wenn das Medikament über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen wird.
Tabelle 1 (unten aufgeführt), zeigt eine Gegenüberstellung der allgemein angewandten Medikamententherapien, veranschaulicht die Behandlungskosten pro Malaria Episode und auch mögliche Nebenwirkungen dieser Medikamente. Chloroquine gehört zu den preiswertesten erhältlichen Medikamenten  und ist vor allem für P. falciparum Parasiten nicht mehr wirksam.

 

Medikament

Kosten pro Behandlung (Euro)

Wirksamkeit Mögliche Nebenwirkungen
Resochin (Chloroquine) 2 schlecht Hörschäden
Pyrimenthamin
+ Sulfadoxine (Fansidar) 
5

schlecht

Allergische Reaktionen
Mefloquine/Lariam 52 hoch

  Herzinsuffizienz,
Psychose

Atovaquon+Proguanil
(Malarone)
52 Begrenzte Daten Abdominale Beschwerden

 

Sinn und Zweck der Studie war es, homöopathische Therapien auf ihre Funktion hin zu untersuchen und um die Krankheitslast zu reduzieren – gleichzeitig war es auch die Suche nach sicheren und finanzierbaren Malariatherapien. Es gibt nur wenige Evidenz-basierte Studien, die die Wirksamkeit homöopathischer oder alternativer Therapien zur Malariabehandlung in Afrika dokumentieren (Van Erp, Brands. 1996; Wilcox, 1999;  Müller et.al., 2001; Wilcox, Bodeker; 2004).


Eine dieser Studien von Van Erp und Brands (1996) untersuchte die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungsmethoden an 75 Malariapatienten und sie konnten eine klinische Verbesserung unter 90.7% der Testpersonen nachweisen. In einer späteren Studie schlussfolgerten die Autoren, dass Homöopathie eine vergleichbar bessere Wirkung als Chloroquine hat, ein in dieser Zeit gebräuchliches Medikament. Unsere Studie untersuchte die Wirksamkeit von Malaria tropica Nosoden als homöopathische Prophylaxe und wurde über einen längeren Zeitraum hinweg mit großen Stichprobenumfang angelegt. Im Verlauf der Studie stellte sich heraus, dass die Anwendung von Malaria Nosode als alternatives Heilmittel einen relativ geringen Kostenfaktor hat, im Vergleich zu oben erwähnten herkömmlichen Medikamententherapien. Eine Flasche der Tropica Nosode enthält 2000 Globuli (10g) und würde nur etwa 35€ kosten. Diese Menge würde ausreichen  um circa 135 Erwachsenen jährlich zu behandeln. Die Anwendung homöopathischer Globuli in dieser Studie richtete sich insbesondere auf die Prävention von P. falciparum Malaria.

 

Forschungsdesign und Methode:
Studiengebiet und Population

Die Studie wurde zwischen Juni 2006 und Juli 2007 in Kroo Bay durchgeführt, einer einkommensschwachen Gemeinde in Freetown, Sierra Leone. Kroo Bay wurde aufgrund des erheblichen Gesundheitsrisikos für Malaria, hoher Armutsquote und Mangel an bezahlbarer Gesundheitsvorsorge ausgewählt. Die Gemeinde ist in der nordwestlichen Ecke von Freetown ansässig, direkt an der Küste neben Brack- und Sumpfwasser, das in den Atlantik gespült wird.
Kroo Bay ist eine slum-ähnliche Siedlung (Hausbesetzer Siedlung) mit ungefähr 12 000 Einwohnern. Es besteht ein hohes Risiko für Infektionskrankheiten wie z. B. Malaria aufgrund der dort herschenden unhygienischen Bedingungen. Obwohl die Bewohner das ganze Jahr über Malaria anfällig sind, beginnt die Haupt - Übertragungszeit für gewöhnlich im Juni und endet im Januar.

 

Design

Doppelblinde randomisierte kontrollierte Studie , eingeteilt in vier Phasen. Die erste Phase wurde im Juni 2006 umgesetzt, nach Genehmigung des Projektes durch die Ethik – Kommission. Nach einer Reihe von organisatorischen Sitzungen und der Mobilmachung von Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, wurde ein Gemeindetreffen im Kroo Bay Gesundheitszentrum (KBHC) abgehalten um die Projektziele zu besprechen. Danach wurden die Bewohner innerhalb eines Zeitraumes von drei Wochen rekrutiert.. Die an der Studie beteiligten Personen waren gesund, mindestens 18 Jahre alt und Bewohner, die bis zu 10 km entfernt vom KBHC wohnten. Wie durch das Ethische Komitee skizziert und genehmigt, erhielt jeder Proband eine Einwilligungserklärung und wurde nach Unterzeichnung des Formulars eingeschrieben.

 

Fragebögen zur Auswertung  persönlicher Krankheitsgeschichte, vorangegangener Malaria Diagnosen, Gebrauch von Moskitonetzen und früherer Behandlungstherapien wurden von vier Mitarbeitern angelegt. Krankenschwestern des KBHC führten körperliche Untersuchungen durch und stellten Gewicht und Größe fest. Es folgte eine Blutentnahme nach der Finger-Prick-Methode durch Labortechniker. Die Studienteilnehmer erschienen in der darauf folgenden Woche wieder im Gesundheitszentrum um sich Blut-Test Ergebnisse und Behandlungsmethode mitteilen zu lassen.


Alle Blutproben wurden zur Untersuchung  in das Malaria-Diagnose-Labor eingeschickt. Ungefähr 10% der Objektträger wurden zufällig ausgewählt und einem unabhängigen Labor zur Cross-Validierung zugesandt.

 

Positiv getestete Personen mit klinischen Symptomen (Fieber, hoher Parasiten Wert) wurden nach Analyse Objektträger mit Quinine und Paracetamol behandelt, eine durch das staatliche Gesundheitsamt empfohlene Therapie. Für die klinische Studie wurden Personen mit nicht wesentlich zugrunde liegenden Krankheiten, normaler Körpertemperatur und geringer parasitärer Belastung ausgewählt und in zwei Untergruppen randomisiert. Der ersten Gruppe wurden inaktive Placebo Globuli verabreicht und der zweiten GruppeTropica Nosoden.

 

Beide Gruppen erhielten jeweils fünf Globuli – in Geschmack und Aussehen gleich – unter Anwendung der Doppelblind -Methode. 30 Minuten vor oder nach Einnahme der Medikamente durfte kein Essen zu sich genommen werden. Allen Teilnehmern wurde angeraten jegliches Malariasymptom (einschließlich hohem Fieber) den Krankenschwestern des KBHC zu melden. Jedem Probanden wurde eine Programm-Identifikationskarte zugewiesen mit der Aufforderung in 4 Monaten zur zweiten prophylaktischen Behandlung erneut zu erscheinen. Danach besuchten unsere Mitarbeiter regelmäßig das Gebiet und erfassten den Gesundheitszustand aller Teilnehmer in einem wöchentlichen Bericht.

 

Nach vier Monaten wurde die zweite Phase durchgeführt und alle Personen wiederholt auf Malaria getestet.
Gesunden Personen wurden nach körperlicher Untersuchung und Blut-Test Ergebnis erneut Placebo und homöopathische Globuli verabreicht. Das gleiche Verfahren wiederholte sich nach 4 Monaten in Phase III und bei denjenigen mit negativen Ergebnissen kam das gleiche Regimen zum Einsatz.

 

In der vierten Phase schließlich wurde das Bewertungssystem der Patienten wie in Phase I, II und III weitergeführt. Zusätzlich wurde ein Fragebogen jedes einzelnen Patienten verwaltet um Gesundheitsstatus und Verhalten /Motivation hinsichtlich der Behandlung auszuwerten. Alle erfassten Daten, wie Wohnort, Bluttest- Ergebnisse, Krankengeschichte und Soziodemographische Merkmale wurden zur Bewertung der Wirksamkeit  der Therapien zusammengestellt und statistisch analysiert. Die statistischen Analysen sind mit Hilfe des statistischen Programms für Sozialwissenschaften durchgeführt worden. Version 14.0 (SPSS, Inc., chicago, IL). Die in der Studie angewandte Statistik einschließlich Berechnung des Odds Ratios mit entsprechenden Konfidenzintervallen bewertete das Malariarisiko der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

 

Ergebnisse

 

Teilnehmer

Insgesamt wurden 731 Personen für das Programm in Phase I registriert unter Einbeziehung einer unterzeichneten Einwilligungserklärung und eines verwalteten Fragebogens. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 38.6 Jahre, davon waren ungefähr 73% Frauen und 27% Männer. Die mittlere Größe betrug 137.16 cm und das mittlere Gewicht 61kg. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Kroo Bay belief sich auf
18.5 Jahre. Die Alphabetisierungsrate war sehr niedrig, mehr als die Hälfte aller Personen hatte keine formale Bildung, ungefähr 11% nur eine elementare Bildung, 25% einen sekundären Bildungsabschluss,   6% verfügten über eine technische oder berufliche Ausbildung und weniger als 0.5% hatte einen College Abschluss. Eine Überprüfung des Beschäftigungsstatus zeigte, dass nur etwa ein Drittel (34%) erwerbstätig war – größtenteils als fliegende Händler, die auf den örtlichen Märkten Gemüse und andere Kleinwaren verkaufen.

 

Von den ursprünglich 731 Registrierungspflichtigen, wurden nur 534 formal in die klinische Studie immatrikuliert. Die anderen erfüllten entweder nicht die Kriterien der Berechtigungs-Leitlinien oder erschienen nicht zu ihrem Nachsorgetermin (Follow-up) der Bluttest-Ergebnisse. In Tabelle 2 wird die Verteilung aller teilnahmeberechtigten Personen quer durch die Behandlungsgruppen dargestellt; entsprechend der Randomisierung in der Baseline-Periode und Behandlung in der darauf folgenden Phase der Studie.

 

Teilnahmeberechtigte
Personen

Baseline

Phase I

Follow-up
Phase II

Follow-up
Phase III

Follow-up
Phase IV

Homöopathisch

54%

57%

55%

55%

Placebo

45%

40%

43%

43%

Tabelle 2: Verteilung aller teilnahmeberechtigter Personen quer

durch die Behandlungsgruppen in Phase I, II, III & IV

 

Insgesamt gesehen, wurden beide Gruppen mit annähernd 55% Teilnehmern in der homöopathischen Gruppe und 45% in der Kontroll-Gruppe durch alle 4 Phasen hinweg gut repräsentiert. Pro Phase war eine durchschnittliche Schwundquote von ungefähr 15.6% zu verzeichnen. Diese Abbrecherquote war voraussehbar und aus vielerlei Gründen vertretbar. In späteren Phasen der Studie galten Teilnehmer als ungeeignet wenn sie i) schwerwiegende Gesundheitsbedingungen einschließlich klinischen Malariasymptomen aufwiesen, die alternative Heilverfahren ausschlossen; ii) wenn Schwangerschaften vorlagen oder die Geburt während der Dauer des Projektes stattfinden würde, und iii) wenn niemand erreichbar war aufgrund eines Wohnortwechsels oder die Studie aus persönliche Gründen abgebrochen wurde.

 

Malariasymptome, Ursprung und Arten der verfügbaren Behandlungsmethoden bei ortsansässigen Personen

 

In der ersten Phase wurde nach Häufigkeit früherer Malaria-Erkrankungen und der damaligen Behandlung gefragt. Grundlage hierfür waren Fragebögen zur Selbstauskunft. Durchschnittlich betrug die Zahl der gemeldeten Malariavorfälle 3.24 pro Jahr.
Für ein Malariagebiet mit bedeutend höherem Risiko, war dies ein äußerst repräsentativer Wert.
Eine Häufigkeitsverteilung zeigte, dass ungefähr 8% keine Angaben zu  Malaria-Episoden während des vergangenen Jahres machen konnten. Annähernd  52% berichteten von 1 bis 3 Malariaerkrankungen pro Jahr und beinahe 40% von 4 Vorfällen jährlich. Da die Fragebögen durch Selbstauskunft erstellt wurden und eine mögliche Eigendiagnose hinsichtlich des körperlichen Zustandes vorlag, konnten die Angaben nicht vollständig bestätigt werden.

 

Eine Befragung ermittelte, dass sich 24% im Falle einer Malaria-erkrankung zur Behandlung an das staatliche Krankenhaus wenden würden, 30% an ortsansässige Apotheken und 19% an reisende Arzneimittel Verkäufer. Die letzteren besitzen keine Ortskenntnisse, sind illegale Verkäufer, die in der Gemeinde die vielfältigsten Medikamente für eine Unmenge an Erkrankungen verkaufen. Was uns bei dieser Umfrage besonders beunruhigte war, dass sich ungefähr 57% aller befragten Personen selbst mit Chloroquin behandelten trotz wachsender Resistenz des Plasmodium falciparum gegen dieses Medikament.

 

Quinine, ein vor kurzem weiterempfohlenes Mittel seitens der Regierung, wurde nur von 10 Prozent der Befragten eingenommen und bei einigen löste dieses Medikament allergische Reaktionen aus.
Die bisherigen Ergebnisse bestätigen nochmals die Notwendigkeit einer Gesundheitsvorsorge für alle Gemeindemitglieder und zwar durch die Entwicklung finanzierbarer, zuverlässiger und effektiver (nachhaltigen) Malariamedikamente.

 

 

Phase I.
Malaria Morbidität (Erkrankungshäufigkeit) und Basis Periode

 

Wie bereits erwähnt, basierten die Laboruntersuchungen zur Malariadiagnostik auf dem  Parasitennachweis mittels Blut-Film und Bewertung der parasitären Dichte. Ergebnisse des Labtestes bestätigten die An- oder Abwesenheit von Parasiten im Blut, eine Frequenz – Analyse wurde durchgeführt.
Bei 68 % der Patienten fiel der Malariatest negativ aus, Parasiten konnten im Blut nicht nachgewiesen werden. Ungefähr 29.9 % hatten ein positives Testergebnis mit einer  Malaria – Parasiten - Dichte von (X=401/ul). Es wurden nur acht klinische Malariafälle (1.5% der Blutproben) identifiziert.
Diese Personen wurden sofort mit Quinine behandelt und kehrten in den nachfolgenden Wochen zur Weiterbehandlung an das KBHC zurück. Personen, mit negativen Testergebnissen oder geringer Parasitendichte, wurden in zwei Gruppen eingeteilt.

 

Phase II:
Malaria Morbiditätsanalyse durch Behandlungsgruppen

Die Analyse der Malaria Gesundheits – Ergebnisse aus Phase II basierte auf folgenden Gruppeneinteilungen:

  • jene, die in der Untersuchungsperiode gesund waren und nachträglich entweder einer Placebo- oder homöo-pathischen Behandlungsgruppe zugewiesen wurden.
  • jene, für die eine vollständige Gesundheitsbewertung vorlag unter Einbeziehung der Daten in Phase I und II einschließlich der Blut-Test Ergebnisse. Um die Beziehung zwischen Behandlungsart (Phase I) und Ergebnissen der Blutuntersuchung(Phase II) zu analysieren, wurde das Fisher´s Exact Test-Verfahren angewandt.

Die Analyse zeigte, dass insgesamt 92.3% negativ und 7.7% positive auf Malaria getestet wurden.
Unter den positiv getesteten Personen, konnte ein Fall als klinisch eingestuft werden, die Malaria – Parasiten- Dichte für P. falciparum lag bei diesem Patienten bei 344/ul und er zeigte klinische Symptome. Beim Überprüfen der Behandlungsgruppen wurde festgestellt, dass bei 96.3% der getesteten Personen unter Einnahme homöopathischer Globuli das Ergebnis negativ ausfiel – verglichen mit 86.7% der Placebo Gruppe. Von den positiv getesteten Personen befanden sich 13.3% in der Placebo Gruppe und nur 3.7% in der homöopathischen Gruppe.

Die Untersuchungsergebnisse waren statistisch gesehen signifikant (p< 0.001) und lassen trotz schwachen  Effektes (Grösse 0.18) auf eine Beziehung zwischen Behandlungsart und Malaria- Ergebnisse schließen.  Beim Überprüfen der geschätzten Risiken, betrug das Quotenverhältnis 3.622 (95% CI, 1.64 zu 7.96) für Personen aus der Placebo Gruppe. Man kann daraus schließen, dass bei diesen Personen eine mindestens dreimal höhere Wahrscheinlichkeit besteht positiv gestestet zu werden gegenüber Probanden aus der homöopathischen Gruppe.

 

Phase III:
Malaria Morbiditätsanalyse durch Behandlungsgruppen

In Phase III erforderte die Analyse der Malaria Gesundheit – Ergebnisse durch Behandlungsgruppen eine Vorverarbeitung der Daten und umfasste folgende Teilnehmer: i)jene, die in Phase I und II gesund waren und anschließend entweder der Placebo- oder homöopathischen Behandlungsgruppe zugewiesen wurden. ii)jene, für die eine vollständige Gesundheitsbewertung vorlag unter Einbeziehung der Daten in Phase I, II und III einschließlich der Bluttest- Ergebnisse. Ein Datenüberblick zeigte, dass 82.5% negativ und 17.5% positiv auf Malaria getestet wurden. Während dieser Periode wurde kein klinischer Fall identifiziert. Bei den Patienten, die positiv auf Malaria Parasiten getestet wurden, betrug die Malaria – Parasiten – Dichte während dieser Phase 98.82/ul, bedeutend niedriger als die parasitäre Belastung, die in Phase II der Studie beobachtet wurde.

 

Weitere Untersuchungen der Behandlungsgruppen zeigten, das sowohl für Placebo als auch für Homöopathie Patienten das Krankheitsrisiko gleich  hoch war. Ungefähr 82% der Patienten aus der Homöopathie Gruppe wurden negativ auf Malaria Parasiten getestet und 17% hatten positive Testergebnisse. Von den Patienten der Placebo Gruppe wurden 80% negativ und 19.5% positiv auf Malaria Parasiten getestet. Die Analyse wurde nach dem Fisher´s Exact Test- Verfahren durchgeführt und bestätigte, dass es zwischen Bluttest- Diagnose und medizinischer Behandlung keine statistische Beziehung während dieses Zeitraumes gab (p= 0.421). Bei Risikoüberprüfung aller Personen in Phase III, betrug das Quotenverhältnis für Personen in der Placebo Gruppe, verglichen mit denjenigen aus der Homöopathie Gruppe, 1.1 (95% Cl 0.66- 1.82). Das Risiko, an Malaria zu erkranken war für beide Gruppen nahezu gleich groß.

 

 

 

Phase IV:
Malaria Morbiditätsanalyse durch Behandlungsgruppen

 

Bei Auswertung der Malaria Morbidität Ebenen folgte man dem gleichen Ansatz wie in den vorherigen Phasen. Die Gesundheitsergebnisse durch Behandlungsgruppen machten eine Vorverarbeitung der Daten erforderlich um die folgenden Teilnehmer zu erfassen:

  • jene, die in Phase I, II, III gesund waren und daraufhin entweder der Placebo – oder der homöopathischen Behandlungsgruppe zugewiesen wurden.
  • jene, für die eine vollständige Gesundheitsbewertung vorlag unter Einbeziehung der Daten in allen vier Phasen, einschließlich der Bluttest-Ergebnisse. 91.1% der Patienten wurden negativ und 7.9% positiv für Malaria getestet. Während der Gesundheitsprüfung wiesen drei Patienten klinische Malariasymptome auf.

Die parasitäre Dichte, die während dieser Phase beobachtet wurde betrug 86.ul (s=41.167 ul) und war der bislang niedrigste Wert innerhalb der Studie.

 

Um das Malariarisiko zu bewerten, wurde das Fisher´s Exact Test-Verfahren angewandt und stützte sich dabei auf die in Phase III zugewiesene Behandlung. Zwischen beiden Gruppen wurden keine statistischen Differenzen gefunden (p= 0.816). Von den Personen, die in Phase III eine homöopathische Behandlung erhielten wurden 92.1% negativ auf Malaria getestet und 7.9% positiv. Von den Personen, die Placebo Globuli erhielten, wurden 93.3% negativ auf Malaria getestet und 6.7% positiv. Diese Ergebnisse waren übereinstimmend mit den Resultaten aus Phase III. Mittels Risikoeinschätzung zeigten die Ergebnisse, dass die Risiken für die homöopathische Gruppe und Kontrollgruppe identisch waren. Das Quotenverhältnis für Malariarisiko zwischen Personen der Placebo Gruppe und der homöopathischen Gruppe betrug 1.014 in Phase IV (95% CI 0.948-1.084). Diese statistischen Resultate enthüllten zwar, dass die Malaria Parasiten Anzahl sich insgesamt während der Studie verringert hatte, dennoch konnten keine größeren Vorteile für die Teilnehmer der homöopathischen Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt werden.

 

Umfassende Risiko-Analyse in allen Phasen

Die in allen vier Phasen der Pilotstudie gesammelten Informationen wurden in eine umfangreiche Analyse Datenbank eingegeben um die Malarialast unter den Bewohnern über den Zeitraum eines Jahres hinweg auszuwerten. Diese Analyse basierte auf den Bluttest-Ergebnissen aller vier Phasen, wobei die parasitäre Dichte von P. falciparum gemessen wurde. Für die  Analyse wurden nur die Daten von Patienten verwendet, von denen wir präzise und sorgfältige Test Ergebnisse in allen vier Phasen erhalten hatten. Das reduzierte den Stichprobenumfang dieser umfassend angelegten Analyse auf 184 Personen. Hiervon befanden sich 45% in der Kontrollgruppe und die übrigen 55% in der homöopathischen Gruppe. Ein Vergleich der Blutproben quer durch die Anzahl aller Teilnehmer, bestätigte den Trend von Malaria Prävalenz Ebenen während der Studie. Die Ergebnisse zeigten eine erhebliche Reduzierung der mittleren parasitären Dichte für Malaria bei Patienten, die in allen vier Phasen teilgenommen hatten.

 

Wie in Tabelle 3 dargestellt, reduzierte sich die mittlere parasitäre Dichte der Teilnehmer Untermenge von 76/ul in Phase I auf 23.1/ul in Phase II, 18.5/ul in Phase III und 7.7/ul in Phase IV.

 

 

PHASEN

 

Maßeinheit: PARASIT

PHASEN Mittlerer Wert
STD. Fehler 95% Konfidenzintervall
Obere Grenze Untere Grenze
1 76.335 19.790 37.309 115.402
2 23.099
6.786 9.710 36.488
3 18.508 3.432 11.737 25.279
4 7.740 2.143 3.511 11.969

Tabelle 3: Mittlere parasitäre Dichte teilnahmeberechtigter Personen, Teilnahme in allen Phasen

 

Diese temporale Tendenz war repräsentativ für größere Stichproben in der individuellen Phase. Ein Test der gekoppelten mittleren Differenzen zwischen den Phasen bestätigte die Reduktion der parasitären Dichte zwischen der Pre-Interventionsphase (Phase 1) und der Post-Interven-tionsphase (Phase IV) mit einem angegebenen t von 4.125 (p<0.0001). Die Gesamtanalyse der mittleren parasitären Dichte durch Behandlungsgruppen zeigte außerdem einige merkliche Unterschiede, jedoch waren diese nicht so dramatisch wie die Resultate in den einzelnen Phasen. Wie in Tabelle 4 dargestellt, war die gesamte mittlere parasitäre Dichte für homöopathische Gruppen statistisch gesehen geringer (24.77ul) als die Ergebnisse, die in der Placebo Gruppe erzielt wurden (38.1/ul). Ein Vergleich aller vier Phasen zeigte, dass die beobachteten Unterschiede vor allem in der ersten und zweiten Phase beträchtlich waren. Jedoch waren die Vorteile der homöopathischen Gruppe in der vierten Phase nicht länger ersichtlich.

 

PHASEN

 

Maßeinheit: PARASIT

Behandlungsart Mittlerer Wert
STD. Fehler 95% Konfidenzintervall
Obere Grenze Untere Grenze
Placebo 38.079 7.773 22.743 53.415
Homöopathisch 24.772
6.969 11.022 38.523

Tabelle 4: Mittlere parasitäre Dichte durch Behandlungsart
                Teilnahme berechtigter Personen in allen Phasen

 
Schließlich wurde eine Varianzanalyse (MANOVA) unter Anwendung des wiederholten Maßnahme Design durchgeführt um die Gesamt-Variabilität der mittleren Parasitendichte während des Studienzeitraumes zu begründen. Die in der Studie angewandten Schlüsselfaktoren waren Behandlungsphase und Behandlungsart ( Placebo oder Homöopathie ). Die Ergebnisse der nochmaligen MANOVA bestätigten, dass insgesamt eine beträchtliche Reduktion der mittleren parasitären Dichte in den vier Phasen der Studie zu beobachten war. Jedoch konnte die Behandlungsart währen des letzten Abschnittes der Pilotstudie nicht wesentlich zu der beobachteten Variabilität der mittleren parasitären Dichte beitragen.

 

Abschließende Gedanken und zukünftige Richtungen

Diese Studie benutzte ein Doppelblind-RCT-Design zur Bewertung allgemeingültiger Malaria-Prävalenz-Raten. Es wurde nach einem Behandlungsschema gesucht und die Effektivität der homöo-pathischen Prophylaxe geprüft um die Krankheitslast unter den Bewohnern von Kroo Bay, einer wirtschaftsschwachen Ansiedlung in Freetown, Sierra Leone zu reduzieren. Die anfängliche Malaria Prävalenz Rate lag bei ungefähr  29.9%  und war in etwa übereinstimmend mit vorherigen Malaria Risiko Modellen in dieser Region.
Aufgrund der Basisdaten wurde auch eine permanente Anwendung von Chloroquin unter den Bewohnern der Gemeinde festgestellt, trotz weitverbreiteter Berichte hinsichtlich der Durchfallraten bei der Behandlung von P. falciparum.

 

Die Einführung der Tropica Malaria Nosode wurde deshalb als finanziell erschwingliche und sichere Alternative betrachtet falls die Wirksamkeit bewiesen wurde. Diese Pilotstudie brachte überaschende Ergebnisse während der Intervention Anfangsphase hervor mit dem mindestens drei mal niedrigerem Risiko von Malaria -Infektion. Jedoch waren die positiven Richtungen in der dritten und vierten Phase nicht nachhaltig. Das Malaria Risiko war bei beiden Gruppen identisch. Der Fehlschlag, die Wirksamkeit homöopathischer Globuli in den nachfolgenden Phasen vollständig zu etablieren, ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, einschließlich der Herausforderungen die im Verlauf des Projektes entstanden sind.

 

An erster Stelle waren es Fragen zur Qualitätskontrolle in den Laboren wodurch die mikroskopische Interpretation einiger Blut-Filme beeinflusst wurde Der Sachverhalt wurde später gelöst, jedoch hoffen wir bei zukünftigen Untersuchungen schnelle Malaria Diagnose-Kits benutzen zu können um die Anwesenheit von Parasitemia zu ermitteln und danach würden wir die positiven Objektträger zur Bewertung der parasitären Dichte an die Labore weiterleiten. Auf diese Weise könnte man die Bearbeitungszeiten für Testergebnisse bei umfangreichen Proben verringern und es ermöglicht den Technikern die positiven Objektträger mit größerer Genauigkeit zu interpretieren. Auch die geringe Alphabetisier-ungsrate, gepaart mit traditionellen und kulturellen Praktiken, könnte die Komplianz der Patienten in Phase II beeinflusst haben, da diese mit dem Fastenmonat Ramadan zeitlich zusammenfiel. Ein wichtiger Faktor bei der Planung zukünftiger Projekte ist die Berücksichtigung religiöser Kalender um somit mögliche Konflikte zu vermeiden.

 

Ungeachtet dieser Herausforderungen, gab es eine gemeindeweite Reduzierung der Malaria-Inzidenz und des parasitären Wertes unter den Teilnehmern der Studie. Entsprechend der klinischen Intervention, konnte vor allem in der homöopathischen Gruppe ein besonders hoher Stand an positiven Gesundheitergebissen bestätigt werden. Man könnte nun so argumentieren, dass die spürbare Abnahme der mittleren Malaria-Parasiten-Dichte unter den Bewohnern beider Gruppen auf unsere gemeinschaftlichen Bemühungen zurückzuführen war einen bewussteren Umgang mit Malaria zu fördern und wir einen Gesundheitsdienst für ein ganzes Jahr zur Verfügung stellten. Der wahrnehmbare Rückgang des Parasitenanteiles war auch aufgrund positiver Auswirkungen der homöopathischen Globuli möglich, denn dadurch konnten  Krankheitslast und Krankheitsübertragungsrate gesenkt werden. Eventuell haben dieTeilnehmer der Kontrollgruppe von den Nebenwirkungen der homöopathischen Prophylaxe profitiert, denn eine gemeindeweite Reduzierung der Krankheit war die Folge. Diese Entwicklungen sind zusammen mit saisonalen Auswirkungen sicher hilfreich für nachfolgende Untersuchungen. Auf diese Weise wird die Validierung der Gesundheitsergebnisse unterstützt und die langfristigen Vorteile bei Anwendung von Tropica Nosoden können durch Reduzierung der Malariabelastung innerhalb der Gemeinde gesichert werden.

 

Danksagungen

Der besondere Dank der Autoren gilt dem Blackie Foundation Trust (Großbritannien) zur Förderung dieses Projektes und Staufen-Pharma GmbH & Co. KG Göppingen für die Malaria tropica Nosoden/Placebo Globoli.
Sie bedanken sich auch bei allen Studienteilnehmern, Krankenschwestern, Labor-Technikern und Sozialarbeitern, dem örtlichen Projekt Koordinator Mr Saffa Smart und bei Prof. G. N. Gage, Epidemiologe der Medizinischen Universität und Allied Health Sciences, Universität Sierra Leone

 

Dr. med. Jacob B. Minah

Arzt für Kinderheilkunde und Homöopathie in Steinheim/westf.  mit eigener Praxis seit 1991. Davor war er am St. Ansgar Krankenhaus in der Kinderklinik Hoexter als Oberarzt tätig, Consultant in dem Geburts – und Kinderkrankenhaus von Riyadh (Saudi Arabien), leitender Kinderarzt und medizinischer Direktor des staatlichen Krankenhauses  in Kenema (Sierra Leone). Dr. Minah reist während seiner privaten Ferienzeiten fast jedes Jahr nach Sierra Leone oder andere afrikanische Länder um humanitäre Hilfe zu leisten und kümmert sich um die medizinische Versorgung in wirtschaftsschwachen Gemeinden. Vor kurzem hat er die Non-Profit-Organisation MALAMED gegründet zur Forschung und Entwicklung alternativer Behandlungsmethoden für Malaria in Afrika.
Email: drminah@t-online.de
Homepage: www.drminah.de

 

Prof. Florence M. Margal, PhD

Außerordentliche Professorin; leitende Person am Institut für Geographie der Universität in Binghamton (Staatl. Universität von New York). Sie unterrichtet alle Studiengänge in Umwelt / Gesundheit und statistischer Analyse. Schwerpunkte ihrer Forschungsarbeit sind Geospatiale Analysen ökologischer Gesundheitsrisiken, kinderheilkundliche Gesundheits-Geographien, auftretende und neu entstehende Krankheiten, Probleme des Gesundheitswesens in der Region Sub-Saharan Afrika die Frauen und Kinder betreffen. Sie war Verfasserin und Mit-Autorin von drei Büchern. Außerdem veröffentlichte sie einige Artikel in Fachjournalen wie Social Science and Medicine, Archives of Environmental and Occupational Health, Journal of World Health and Population, Professional Geographer, Environment and Behaviour and Journal of Environmental Management. Thema ihrer Veröffentlichungen war: Ökologische Gesundheitsrisiken
Email: margai@binghamton.edu
Binghamton Universität: http://geography.binghamton.edu/html/florence_margai.htm

 

 

References
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of Plasmodium falciparum- related anemia among pregnant
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and how should we be measuring it? Am J Trop Med
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Mueller O, Becher H, Van Zweeden AB, Ye Y, Diallo DA,
Konate AT, Gbangou A, Kouyate B, Garenee M. 2001.
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Wilcox ML, Bodeker G. 2004. Traditional Herbal Medicines
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Dr. med. Jacob B. Minah

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Diplom-Homöopath

Obernstraße 29a/31

33602 Bielefeld

drminah.jacob@gmail.com

+49 52152201499